Webserver auf einer Buffalo LinkStation installieren

Diese Anleitung beschreibt wie man zusätzlich zum bereits vorhandenen Webserver einen Apache2 Webserver zusammen mit PHP5 und einer mySQL-Datenbank auf einer Buffalo LinkStation installiert. Die Buffalo LinkStation ist ein Netzwerkspeicher (NAS) mit Festplatten der für die zentrale Speicherung von Daten in einem lokalen Netzwerk verwendet werden kann. Die LinkStation kann auch über das Internet erreicht werden wenn man sie und den Router entsprechend konfiguriert.

Eine Besonderheit ist die LinkStation durch zusätzlich installierte Software so zu erweitern das diese nicht nur als zentrale Netzwerkspeicher eingesetzt werden kann, sondern auch als normaler Standard-Webserver der auch für eine Website bzw. Homepage einer Firma genutzt werden kann. Durch standardisierte Software kann dann die LinkStation dann sehr universell für viele Zwecke dienen.

Vorteile

Einer der größten Vorteile ist sicher ein bereits vorhandenes Gerät zu erweitern, sodaß weitere Aufgaben damit erfüllt werden können. Besondere Aspekte dabei sind kompakte Bauweise, stromsparender und leiser Betrieb. Man kann den zusätzlichen Webserver für eine Firmen-Homepage nutzen, eine Präsentation online stellen, einen Medienserver für Musik, Filme oder Fotosplugin-autotooltip__small plugin-autotooltip_bigGalerie

Die Galerie ist eine Online-Fotodatenbank, ein auf die Speicherung und Verteilung von digitalen Bilddateien spezialisierter Dienst, der sowohl lokalen Benutzern im Intranet, als auch Benutzern im Internet nach einer Benutzer-Registrierung zur Verfügung steht. Wenn Sie diesen Dienst nutzen möchten, müssen Sie sich zuvor als Benutzer registrieren. Die Registrierung können Sie selbst innerhalb der
bereitstellen, eine virtuelle Videothek damit betreiben, Musik ohne Download direkt streamen, oder die LinkStation zu Überwachungszwecke einsetzen. Die Möglichkeiten sind fast nicht begrenzt.

Nachteile

Der gravierenste Nachteil ist die technische Ausstattung, besonders die CPU bei den kleineren LinkStation-Modellen verbaut ist, denn die LinkStation ist nicht als Hochleistungs-Webserver für viele Anwender gleichzeitig konzipiert, sondern grundsätzlich als zentraler Datenspeicher für lokale Netzwerkbenutzer ausgelegt. Die kostengünstigen, kleineren LinkStation-Modelle haben beispielsweise Prozessoren mit nur etwa 500 MHz. Damit ist zwar auch ein Webserver betreibbar, aber viele Anwendungen reagieren nur träge oder sogar langsam. Für kleinere Anwendergruppen ist der Betrieb aber dennoch ausreichend. Alle rechenintensiven Aufgaben die in einem Hochleistungs-Webserver von mehreren Prozessorkernen gleichzeitig abgearbeitet werden sind zumindest für die kleineren LinkStation-Modellen mit CPU´s im MHz-Bereich nicht zu empfehlen.

Vorraussetzungen für den Betrieb

Folgende Vorraussetzungen müssen vorher erfüllt werden damit der Webserver installiert werden kann:

  • Telnet
  • wget
  • Ipkg
  • dynDNS

Vorhandenen Apache 1.3 Webserver konfigurieren

Ein funktionsfähiger Webserver, der Apache 1.3, ist bereits in der Firmware der LinkStation. Der bereits installierte Webserver ist notwendig, da ansonsten auch keinerlei Seiten des Webinterface der LinkStation ausgeliefert werden könnten.

Es gibt zwei Möglichkeiten eine eigene Homepage auf der LinkStation Pro Duo zu betreiben. Die erste Möglichkeit wäre eine zweite Instanz des bereits installierten Apache 1.3 Webserver zu starten. Die zweite und bessere Möglichkeit ist die Installation des neuen Apache 2 Webserver zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Apache 1.3.

Zuerst einmal werden wir eine Veränderung in der Konfigurationsdatei httpd.conf des vorhandenen Apache 1.3 vornehmen. Und zwar soll der Apache 1.3 unter dem Port 8080 anstelle des Standard-Port 80 zu erreichen sein.

Öffnen Sie die Konfigurationsdatei des Apache 1.3 httpd.conf im Editor Vi:

vi /etc/apache/httpd.conf

Suchen Sie in der Datei die Zeile:

Port 80

und ändern Sie diese in:

Port 8080

Nachdem Sie die Datei httpd.conf gespeichert haben müssen Sie den Apache 1.3 neustarten:

/etc/init.d/httpd.sh restart

Das Webinterface der LinkStation ist nun unter dem neuen Port 8080 erreichbar. Es muss also in Zukunft mit der Portangabe :8080 aufgerufen werden:

http://IP-Adresse-der-LinkStation:8080

Wer das Webinterface der LinkStation über das Internet aufrufen möchte, benötigt neben einer DynDNS-Adresse eine Portweiterleitung des Port 8080 im Router auf die IP-Adresse der LinkStation. Im Webbrowser wird das dann folgendermassen eingegeben:

http://DynDNS-Adresse:8080

An dieser Stelle wäre es eine gute Idee eine DynDNS-Adresse einzurichten, falls Sie dies nicht schon gemacht haben. Eine Anleitung dazu finden Sie hier.

Ipkg Paketliste aktualisieren und Apache 2 Webserver installieren

Jetzt werden wir die Ipkg-Paketliste aktualisieren um den neuesten Apache 2 installieren zu können. Dies ist notwendig weil ständig Updates der verfügbaren Pakete stattfinden:

ipkg update

Nun lassen wir uns die Liste der zur Zeit verfügbaren Ipkg-Pakete seitenweise anzeigen:

ipkg list | more

Der gesuchte Apache 2 findet sich gleich auf der ersten Seite und wird von uns mit dem folgenden Befehl installiert:

ipkg install apache

Alle benötigten Dateien des Apache werden durch Ipkg jetzt auf der LinkStation installiert. Nach der Installation wird das System gleich versuchen den Webserver zu starten. Das funktioniert möglicherweise noch nicht da erst einige Grundeinstellungen des Apache konfiguriert werden müssen. Weiter geht es mit der Konfiguration des neu installierten Apache 2. Öffnen Sie die Konfigurationsdatei des Apache 2 im Editor Vi:

vi /opt/etc/apache2/httpd.conf

Suchen Sie in der Datei nach der Zeile:

Listen 8000

und ändern Sie diese in:

Listen 80

Ein Stück weiter unten in der Datei stehen die Zeilen mit den LoadModule Anweisungen. Sie benötigen nur einen Bruchteil der vorgeschlagenen Module. Löschen Sie alle Zeilen die nicht benötigt werden. Zum Schluss sollte dieser Bereich in der httpd.conf folgendermassen aussehen:

LoadModule authn_file_module libexec/mod_authn_file.so
LoadModule authn_dbm_module libexec/mod_authn_dbm.so
LoadModule authn_anon_module libexec/mod_authn_anon.so
LoadModule authn_dbd_module libexec/mod_authn_dbd.so
LoadModule authn_default_module libexec/mod_authn_default.so
LoadModule authz_host_module libexec/mod_authz_host.so
LoadModule authz_groupfile_module libexec/mod_authz_groupfile.so
LoadModule authz_user_module libexec/mod_authz_user.so
LoadModule authz_dbm_module libexec/mod_authz_dbm.so
LoadModule authz_owner_module libexec/mod_authz_owner.so
LoadModule auth_basic_module libexec/mod_auth_basic.so
LoadModule auth_digest_module libexec/mod_auth_digest.so
LoadModule include_module libexec/mod_include.so
LoadModule mime_module libexec/mod_mime.so
LoadModule autoindex_module libexec/mod_autoindex.so
LoadModule cgid_module libexec/mod_cgid.so
LoadModule dir_module libexec/mod_dir.so
LoadModule alias_module libexec/mod_alias.so
LoadModule rewrite_module libexec/mod_rewrite.so
#LoadModule php5_module libexec/libphp5.so

Der Apache 2 lässt sich mit den folgenden Befehlen beeinflussen:

/opt/etc/init.d/S80apache start|stop|restart

Starten Sie den Webserver mit dem folgenden Befehl neu:

/opt/etc/init.d/S80apache restart

Wenn Sie beim Neustarten des Apache 2 die folgende Fehlermeldung erhaltet:

Could not determine the server’s fully qualified domain name

liegt das daran das kein FQDN = Fully Qualified Domain Name in der httpd.conf eingetragen ist. Der Apache 2 funktioniert trotzdem und setzt als Domain die IP-Adresse der LinkStation ein. Sie können dies überprüfen wenn Sie in einem Web-Browser folgendes eintragen:

http://IP-Adresse-eurer-LinkstationProDuo

Es sollte das bekannte „It works!“ von Apache erscheinen. Herzlichen Glückwunsch, die LinkStation verfügt nun über einen funktionierenden Apache 2 Webserver.

Installation von PHP5 und PHP-MySQL

Weiter geht es mit der Installation von PHP5 als Apache 2 Modul. Zuerst wird die Ipkg Paketliste aktualisiert:

ipkg update

Mit dem folgenden Befehl werden eventuell veraltete installierte Pakete und Verknüpfungen aktualisiert:

ipkg upgrade

Jetzt kann das PHP5 Paket installiert werden:

ipkg install php-apache

Um zu überprüfen ob Ipkg einen Eintrag in der httpd.conf zum Laden des PHP 5 Moduls angelegt hat öffnen Sie die Datei im Editor Vi:

vi /opt/etc/apache2/httpd.conf

Suchen Sie nach der Zeile:

#LoadModule php5_module libexec/libphp5.so

und entfernen Sie die Raute vor der Zeile:

LoadModule php5_module libexec/libphp5.so

Falls die Zeile nicht vorhanden ist müssen Sie diese unter den LoadModule Anweisungen hinzufügen.

Suchen Sie nach den Zeilen:

<IfModule dir_module>
    DirectoryIndex index.html
</IfModule>

und ändern Sie diese folgendermassen:

<IfModule dir_module>
    DirectoryIndex index.shtml index.htm index.html index.php
</IfModule>

Suchen Sie nach den Zeilen:

AddType application/x-compress .Z
AddType application/x-gzip .gz .tgz

und fügen Sie darunter ein:

AddType application/x-httpd-php .php .shtml
AddType application/x-httpd-php-source .phps

Suchen Sie nach den Zeilen:

#AddType text/html .shtml
#AddOutputFilter INCLUDES .shtml

und entfernen Sie die Rauten vor den Zeilen:

AddType text/html .shtml
AddOutputFilter INCLUDES .shtml

Speichern Sie die Datei httpd.conf und öffnen die PHP Konfigurationsdatei /opt/etc/php.ini im Editor Vi:

vi /opt/etc/php.ini

Suchen Sie in der Datei nach der Zeile:

; Dynamic Extensions ;

In diesem Bereich sind verschiedene Dynamic Extensions eingetragen. Überprüfen Sie ob die folgende Zeile dort eingetragen ist:

extension=mysql.so

Falls dieser Eintrag nicht vorhanden sein sollte müssen Sie ihn ergänzen.

Suchen Sie die Zeile:

mysql.default_port =

und tragen den Standard MySQL Port ein:

mysql.default_port = 3306

Nach dem speichern der Daten geht es weiter mit der Installation von PHP-MySQL. Der folgende Befehl installiert das gewünschte Paket Php-Mysql:

ipkg install php-mysql

Die MySQL Konfigurations-Datei befindet sich übrigens unter: /opt/etc/my.cnf. Dies nur zur Information, für den normalen Betrieb der Mysql-Datenbank sollte eine Änderung bzw. Anpassung der my.cnf nicht nötig sein.

Sie können nun den Webserver neustarten:

/opt/etc/init.d/S80apache restart

Der Apache 2 Webserver sollte nun ohne Fehlermeldung mit PHP und MySQL-Unterstützung starten. Sollte das nicht auf Anhieb funktionieren hilft meist ein Neustart der LinkStation.

Apache 2 Webserver per FTP erreichen

Nach der Installation des Apache 2 mit PHP und MySQL-Erweiterung wird der neue Webserver zunächst auf seine korrekte Funktion getestet. Erstellen Sie über das Webinterface der LinkStation einen neuen Ordner für Webseiten. Sie können diesen Ordner beispielsweise www, html, homepage oder webserver nennen. Für diesen neuen Ordner aktivieren Sie die FTP-Unterstützung um später per FTP auf den Server übertragen zu können. Aktivieren Sie die Zugriffsbeschränkungen für den Ordner und konfigurieren Sie die Schreib- und Leserechte.

Nun können Sie sich mit einem FTP-Programm mit dem neuen Webserver verbinden und eine Homepage in den neu angelegten Webserver-Ordner kopieren.

Apache 2 Webserver konfigurieren

Um dem Apache 2 Webserver mitzuteilen wo er die Webseiten suchen soll müssen Sie noch einmal die Datei httpd.conf öffnen um den Pfad DocumentRoot anzupassen:

vi /opt/etc/apache2/httpd.conf

Suchen Sie die Zeile in der DocumentRoot angegeben ist. Beispiel:

DocumentRoot "/var/www/"

ändern Sie die Zeile in:

DocumentRoot "/mnt/array1/webserver"

<note important>Hinweis:
Der Pfad zum DocumentRoot ist in diesem Fall /mnt/array1/webserver weil die LinkStation im RAID-0 Modus betrieben wird. Wer die LinkStation im RAID-1 Modus betreibt muss die Pfade eventuell anpassen in /mnt/disk1/webserver</note>

Speichern Sie die Datei httpd.conf und starten den Apache 2 neu:

/opt/etc/init.d/S80apache restart

Die Webseiten können nun mittels http://IP-Adresse in einem Web-Browser aufgerufen werden. Sollte der Aufruf der Homepage nicht möglich sein, weil der Browser einen Fehler 403 - Zugriff verboten zurückgibt, müssen Sie noch einmal die Apache-Konfigurationsdatei aufrufen:

vi /opt/etc/apache2/httpd.conf

Suchen Sie in der Datei nach dem folgenden Eintrag:

<Directory />
    Options FollowSymLinks
    AllowOverride None
</Directory>

Kommentieren Sie den Eintrag mittels Raute aus:

#<Directory />
#    Options FollowSymLinks
#    AllowOverride None
#</Directory>

Jetzt sollte der Aufruf der Homepage funktionieren. Damit ist die Installation abgeschlossen. Sie können nun statische Webseiten mit der Dateiendung .htm oder .html speichern, oder dynamische Webseiten mit .php als Dateiendung. Um den Webserver sinnvoll einzusetzen empfehlen wir Ihnen die Installation eines Content Management Systems (CMS). Wir haben erfolgreich das kleine aber feine CMS2Day im Einsatz das wir Ihnen hiermit empfehlen.

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